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Auswandern – Unser Weg nach Paraiso Verde in Paraguay Teil 2

Rückblick

Im ersten Teil meines Erfahrungsbericht Auswandern Paraguay habe ich beschrieben, wie wir zu unserer grundlegenden Entscheidung fanden, überhaupt auszuwandern, und weshalb unsere Wahl schließlich auf Paraguay fiel.

Zudem ging es um die Suche nach einem passenden Grundstück im weitläufigen Areal von Paraiso Verde. Als wir an der von der Trägergesellschaft organisierten Inforeise teilnahmen, fiel unsere endgültige Entscheidung direkt vor Ort.

Dieser zweite Teil meines Erfahrungsbericht Auswandern Paraguay zeigt, wie wir die ersten praktischen Schritte in Paraiso Verde erlebten. Diese Inforeisen geben einen ersten Ein- und Überblick zum Leben hier in Paraguay. Sie sind ein wichtiger Anker für das letztendliche Ankommen.

Im Rahmen dieses ersten Besuches in Paraiso Verde im September 2019 beantragten wir auch unsere Daueraufenthaltsgenehmigung.

Eine besondere Herausforderung für die Planung war, dass auf der Südhalbkugel der kalte Wind aus dem Süden kommt und die Nordseite, die von der Sonne verwöhnte Seite ist. Ost und West, also Sonnenauf- und Sonnenuntergang ändern sich zum Glück nicht.

Alle Pläne über den Haufen geworfen: Lockdown

Ende August 2019 waren wir ja dann erstmals vor Ort. Das Land zog uns sofort in seinen Bann und weckte unseren Pioniergeist. Aber kaum hatten wir unseren nächsten Besuch für das Frühjahr 2020 geplant, machte der Lockdown alles zunichte.

Gerhild und Heinz im Hotel in Asuncion auf dem Balkon

Unsere Absicht war, die Geländemodellierung, den Seeaushub und den Bau eines Gästehauses vor Ort zu beaufsichtigen. Die ursprüngliche Planung war: Ein halbes Jahr Paraguay und ein halbes Jahr Deutschland.

Wie du in einem Erfahrungsbericht Auswandern Paraguay vielleicht erwartest, verlief auch bei uns nicht alles nach Plan. Nun begann eine Zeit der Unsicherheit und des Wartens.

Erste Bauaufträge und Geländearbeiten aus der Ferne organisieren

Was tun? Wie lange wird das alles dauern? Die Zeit verging und deshalb entschieden wir, erste Aufträge von Deutschland aus auszulösen.

Es begann mit dem Aushub des Sees. Der Mutterboden wurde zur Modellierung des Geländes verwendet. Hier ist ja das Gelände sehr flach, Weideland mit dem endlosen Blick in die Ferne.

Auf dem Grundstück selbst, in Paraiso Verde insgesamt, hast du kaum wahrnehmbare Höhenunterschiede.

Da wir aus einer Mittelgebirgsregion am Fuße des Erzgebirges, aus Chemnitz kommen, wollten wir wenigstens einige Bereiche etwas höher legen. Dadurch bekommt das Grundstück eine Struktur mit Böschungen und Stufen.

Das Material, das wir aus bis zu 4,5 Metern Tiefe ausheben ließen, nutzten wir für die Bodenplatten des Gästehauses und unseres zukünftigen Wohnhauses. Keller baut man in Paraguay nicht – die Bauweise ist hier ganz anders.

Das wäre bautechnisch viel zu teuer. Die klassische Funktion des Kellers in Europa, Vorräte für den Winter sicher einzulagern, ist hier nicht gefragt.

Hier gibt es praktisch immer etwas zu essen. Deshalb sind Konservierungstechniken und Vorratshaltung hier wenig ausgeprägt.
In der Sprache der indigenen Ureinwohner, dem Gurani, gibt es das Wort „sparen“ gar nicht.

Für das Gästehaus wählten wir ein Projekt aus, das vor Ort von der Trägergesellschaft entwickelt wurde. Dessen Grundrisse erschienen uns plausibel und die Optik gefiel uns auch.

Wir lösten im Sommer die entsprechenden Aufträge aus und dann begann das Warten, die Ungewissheit:

  • Wann können wir fliegen?
  • Haben sie schon mit den Bauarbeiten begonnen?

Falls du Fragen zu Planung, Einreise oder Organisation einer Auswanderung nach Paraguay hast, erreichst du uns jederzeit über das Kontaktformular.

Warten, Hoffen und erste gute Nachrichten

Ende August 2020 fuhren wir nochmal in den Urlaub. Wir wählten bewusst einen Ort in den österreichischen Alpen: Leogang.

Wir genossen das alpine Flair, die gute Küche und die Möglichkeiten ausgedehnter Wanderungen. Zwischenzeitlich kam die Information, dass unsere Daueraufenthaltsgenehmigung und unsere Cedula, entspricht dem Personalausweis in Deutschland, im Büro der Trägergesellschaft eingetroffen sind.

Wir ließen uns Bilder senden.

Der Durchbruch: Unsere Einreise nach Paraguay wird möglich

Ende September kam die Nachricht, dass wir auf Intervention der Trägergesellschaft auf eine Liste der Regierung gekommen waren, die unsere Einreise ermöglichte.

„Ihr dürft fliegen! Es kann losgehen!“

Allerdings mit der Auflage, dass wir vor Flugantritt einen negativen Test nachweisen mussten und nach Ankunft für zwei Wochen zur Quarantäne in ein Hotel müssen…

Flugtermin: 3. Oktober 2020

Jetzt musste alles ganz schnell gehen. Wir planten vorerst, ca. 6 Monate zu bleiben. Abschiedsbesuche waren zu organisieren.

Die Wohnung war für den Winter vorzubereiten und vier Koffer waren zu packen. Liebe Freunde halfen uns dabei und erleichterten uns die Arbeit und fuhren uns zum Bahnhof.

Gerhild hatte eine umfangreiche Liste von Küchen- und Haushaltsachen erstellt, die jetzt abgearbeitet wurde.

Dieser „Küchenkram“ wurde auf zwei Koffer verteilt. Jeder von uns hatte noch einen Koffer und einen Rucksack für Kleidung und andere persönliche Dinge.

Erfahrungsbericht Auswandern Paraguay: Gerhild und Heinz mit gepackten Koffern vor ihrem alten Haus in Deutschland

Schock beim Check-in auf dem Frankfurter Flughafen

Einen Tag vorher hatten wir noch den erforderlichen Test gemacht und fuhren gut gelaunt und voller Vorfreude mit der Bahn nach Frankfurt.

Wir reihten uns am Check-in-Schalter ein und waren guter Dinge, plauderten über das, was uns wohl in Paraiso Verde alles erwarten würde.

Dann wurden wir nach unserem Test gefragt und wir legten diesen vor.
Zu unserem Entsetzen erklärte uns der Servicemitarbeiter der Fluggesellschaft, dass seit zwei Tagen ein anderer Test erforderlich sei! Dieser Test werde nicht akzeptiert. Wir dürften nicht einsteigen.

Jetzt begannen wir zu telefonieren und zu diskutieren – alles half nichts.

Wir traten etwas zurück vom Schalter und waren zunächst ratlos.

Dann beobachteten wir einen älteren Herrn, der mit der gleichen Situation konfrontiert war. Dieser wurde sehr laut, holte seine Cedula hervor und sagte laut und überzeugend:

„Ich wohne in Paraguay und jetzt will ich nach Hause!“

Und siehe da, plötzlich konnte er einchecken! Jetzt fiel uns ein, wir hatten ja auch unsere Cedula, zwar nicht physisch bei uns, aber auf dem Handy!

Wir stellten uns erneut an und siehe da: Die Türen öffneten sich und ein riesiger Stein fiel uns vom Herzen!

In Asunción angekommen mussten wir feststellen, mein Koffer mit meiner Kleidung fehlt! Bis die Verlustmeldung aufgenommen war dauerte es fast eine Stunde und die anderen Reisenden aus unserer Gruppe warteten im Bus, der uns zum Hotel Cecilia bringen sollte.

Ein Hotel wie eine Raumstation

Als wir im Hotel ankamen, wurden wir im Empfangsbereich von Menschen in Ganzkörper-Schutzanzügen empfangen. Wir kamen uns vor wie auf einer Raumstation.

Dann wurde uns unser Zimmer zugewiesen, das wir 14 Tage nicht verlassen durften. Die Gänge waren überall mit Folien ausgelegt. Eine fremdartige Atmosphäre.

Das Essen wurde vor die Tür gestellt und durfte nur reingeholt werden, wenn die Kellner in ihren Schutzanzügen wieder verschwunden waren.

Das Zimmer war recht geräumig und speziell unser Zimmer hatte eine Besonderheit: Es hatte einen Balkon, aber keine Balkontür!

Ja, das klingt verrückt, aber genau so war es: Wir mussten durch das Fenster klettern, um auf den Balkon zu kommen. Dies wurde Teil unseres täglichen Fitnessprogramms.

Die täglichen Speisepläne bekamen wir per WhatsApp. Dort konnten wir uns dann unsere Menüs zusammenstellen.

Übrigens: In Paraguay läuft fast alles über WhatsApp.

Gleichgültig ob eine Terminanfrage im Krankenhaus oder Fragen nach einer Waschmaschine im Fachgeschäft, alles läuft über diesen Kanal.

Als ich jüngst eine Waschmaschine kaufte überredete mich die Verkäuferin, dass ich Ihre WhatsApp-Nummer in meinem Telefon eintrage, damit ich bei der nächsten Bestellung möglichst sie gleich kontaktiere.

Wir nutzten in den frühen Morgen- und späteren Nachmittagsstunden auch unseren Balkon und beobachteten das Treiben auf der Hauptstraße, die direkt vor unserem Balkon vorbeiführte.

Endlich frei: Unser Weg nach Paraiso Verde kann beginnen

Die Zeit im Hotel verging letztlich doch schneller, als zunächst befürchtet.
Zwei oder drei Tage vor Ende der Quarantäne wurde eine Speichelprobe genommen. Das Ergebnis dieser Untersuchung entschied darüber, ob wir endlich nach Paraiso Verde fahren dürfen oder nicht.

Unsere Tests waren erfolgreich und unserer Fahrt von Asunción nach Paraiso Verde stand nichts mehr im Wege! Auch dieser Abschnitt unseres Erfahrungsbericht Auswandern Paraguay zeigt, wie entscheidend Geduld und Flexibilität beim Ankommen sind.

Übergabe der Urkunde im Hotel Asuncion, dass Gerhild und Heinz gesund sind

Wie unsere Geschichte weitergeht – Ausblick auf Teil 3

Wie es dann weiterging, was danach alles passierte und womit wir bei Ankunft konfrontiert wurden, das alles erfährst Du im nächsten Teil meines Erfahrungsberichts.

Gern kannst Du auch mal meinen Telegramkanal besuchen. Er berichtet über den Alltag und die aktuellen Entwicklungen im Umfeld des Casa Charlotte, meiner neuen Heimat.

Fortsetzung folgt: Teil 3 – ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Heinz
Heinz

Heinz, Jahrgang 1949, kam 2020 gemeinsam mit seiner Partnerin nach Paraiso Verde. Ursprünglich wollten sie nur das europäische Winterhalbjahr in Paraguay verbringen. Sie verliebten sich in den Standort, blieben und schufen sich dort ihr eigenes kleines, grünes Paradies. Heinz hat seine Freude an der Gartengestaltung und gibt seine Erfahrungen gern an die Gemeinschaft weiter.

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2 Comments

  1. Marianne Luxbacher Marianne Luxbacher

    Sehr interessant würde mir auch gefallen,meine 3 Jungen❤️ sind seit Juni 2022 dort,haben einen erfolgreichen Familienbetrieb gegründet,sie sind angekommen in der neuen Heimat,und glücklich auch unter den Siedlern sehr beliebt👍

  2. Chris Chris

    Hallo Marianne,
    Welches Familienunternehmen ist es denn hier in Paraguay?

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