Press "Enter" to skip to content

Auswandern – Unser Weg nach Paraiso Verde in Paraguay (Teil 1)

Nun lebe ich schon seit fünf Jahren glücklich und zufrieden in Paraiso Verde, einer friedlichen Siedlung mitten in Paraguay. Unsere Entscheidung für das Auswandern nach Paraguay Paraiso Verde war ein großer Schritt – und wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, kommt es mir fast unwirklich vor, welchen Weg wir gegangen sind. Oft werde ich gefragt:

„Wie kamt ihr auf diese verrückte Idee, nach Paraguay auszuwandern?“

Heute möchte ich genau das erzählen – unseren ganz persönlichen Weg, von den ersten Gedanken bis zu unserem neuen Leben im Herzen Südamerikas.

Die ersten Zweifel

Alles begann 2017. Meine Lebenspartnerin Gerhild und ich spürten beide, dass sich in Deutschland vieles veränderte.

Es war kein einzelnes Ereignis, sondern viele kleine Beobachtungen: das Stadtbild wandelte sich, die wirtschaftliche Lage wurde angespannter, das Bildungssystem bereitete große Sorgen. Wir fragten uns zunehmend:

„Wollen wir hier wirklich unseren Lebensabend verbringen?“

Wir wünschten uns mehr Ruhe, Natur und ein Umfeld, in dem Eigenverantwortung noch etwas gilt und möglich ist, umzusetzen.

Zunächst dachten wir an einen Umzug innerhalb Europas – vielleicht nach Ungarn oder Bulgarien. Doch je genauer wir hinsahen, desto klarer wurde:

Überall greifen dieselben EU-Richtlinien, die wir hinter uns lassen wollten. Zypern, die geteilte Insel war uns zu nah am Krisenherd Nahost.
Ein echter Neuanfang fühlte sich anders an.

Ein Blick über den Kontinent hinaus

Auch die sich damals abzeichnende Ukraine-Krise trug dazu bei, dass wir weltweit dachten. Wenn man nach einem Land mit ähnlichen Werten sucht, denkt man schnell an Kanada, Australien oder Neuseeland.

Doch auch diese Länder sind eng mit der NATO und der EU verflochten – politisch also kaum unabhängig. Die Jahre 2020 bis 2023 zeigten dies ja sehr eindrucksvoll.

Wir wollten aber genau das: Unabhängigkeit, Freiheit und Eigeninitiative.

Im Entscheidungsprozess spielten auch solche Überlegungen eine Rolle wie:

  • Keine klassische Erdbebenzone
  • Kein Einzugsgebiet für Hurrikane oder Taifune

Und so begannen wir, uns mit Mittel- und Südamerika zu beschäftigen. Ein Kontinent voller Herzlichkeit, Natur und Lebensfreude – und, wie wir bald feststellten, erstaunlich einladend für Menschen, die wirklich etwas Neues beginnen wollen.

Paraguay – klein, aber besonders

Je mehr wir recherchierten, desto faszinierter waren wir von Paraguay.

Ein Binnenland ohne Küste, aber mit unendlicher Weite, klaren Sternennächten und Menschen, die Fremde mit ehrlicher Freundlichkeit aufnehmen.

Was uns besonders beeindruckte: Paraguay hat eine sehr positive Haltung gegenüber Einwanderern.

Man spürt hier eine echte Offenheit – wer bereit ist, sich einzubringen und seinen Lebensunterhalt selbst zu gestalten, ist willkommen.

Die Bürokratie ist überschaubar, die Kosten für die Daueraufenthaltsgenehmigung sind gering, und das Leben verläuft deutlich entschleunigter als in Europa.

Der Zufall, der keiner war

Zu dieser Zeit hatte Gerhild beruflichen Kontakt zu Dr. Erwin Annau, der gerade das Siedlungsprojekt El Paraiso Verde plante und begann zu realisieren.

Wir verfolgten seine Newsletter und Videos – eindrucksvolle Einblicke in die anstrengende, aber auch inspirierende Aufbauarbeit: Straßenbau, Seen, Gärten, erste Häuser.

Eine Gemeinschaft, die auf Selbstbestimmung und Nachhaltigkeit basiert.

Diese Idee ließ uns nicht mehr los. Es war, als würde sich hier unsere innere Sehnsucht in Form gießen: ein Platz, an dem Menschen im Einklang mit der Natur leben, frei und verantwortungsvoll.

Unsere erste Reise nach Paraguay

Im August 2019 nahmen wir an einer der damals monatlichen Inforeisen teil.

In Deutschland hatten wir uns schon ein Grundstück ausgesucht – aber wir wollten uns unbedingt selbst vor Ort ein Bild machen.

Also buchten wir den Flug, voller Neugier, Vorfreude und ein wenig Aufregung: unser erstes Mal Südamerika!

In Asunción, der Hauptstadt Paraguays, wurden wir herzlich empfangen. Dann ging es weiter nach Caazapá, wo wir übernachteten, da im Paraiso Verde selbst die Apartments noch im Bau waren.

Schon die Fahrt war ein Erlebnis: elf Kilometer über eine staubige Piste, gesäumt von kleinen Gehöften, Kühen, Schweinen, Enten und Hühnern, die gemächlich den Weg kreuzten.

Diese ländliche Idylle erinnerte mich an meine Kindheit in den 1950ern – eine Welt ohne Hektik, ohne Dauerrauschen und mit jedem Kilometer wuchs in uns das Gefühl: Hier atmet das Leben wieder frei.

Auswandern Paraguay Paraiso Verde Camino

Liebe auf den ersten Blick

Im Siedlungsgebiet angekommen, sahen wir eine Landschaft im Wandel.

Ein Teil der Straßen war schon gebaut, am großen Ypy-See wurde eifrig gebaggert. Überall herrschte Aufbruchstimmung – Menschen mit Visionen, die etwas erschaffen wollten.

Wir fuhren mit dem Auto fast „in den See hinein“, weil er erst nur ein kleinwenig gefüllt war.

Dass hier einmal ein wunderschöner, klarer See entstehen würde, war kaum vorstellbar. Denn alle Gewässer hier werden ausschließlich vom Regen gespeist – eine Meisterleistung der Planung.

Dann kam der Moment, der alles veränderte: unser erster Gang auf das Grundstück, das wir von Deutschland aus auf dem Plan gewählt hatten.

Die Sonne schien, der Wind war warm, und in uns machte sich ein Gefühl breit, das schwer zu beschreiben ist – es war einfach richtig.

Noch am selben Tag kauften wir ein zweites Grundstück hinzu und pflanzten unsere ersten vier Bäume: Moringa, Dattelpalme, Mango und Lapacho, den Nationalbaum Paraguays.

Es war der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Zwischen zwei Welten

Unser ursprünglicher Plan war, zu pendeln: ein halbes Jahr Deutschland, ein halbes Jahr Paraguay.

Dafür wollten wir ein kleines Gästehaus bauen und ein Haus für uns selbst.

Im März 2020 sollte es losgehen – Flug gebucht, die Koffer gepackt.

Doch dann kam der Lockdown. Alles stand still. Keine Flüge, keine Planungssicherheit. Kein Auswandern nach Paraguay Paraiso Verde.

Anfangs war das sehr frustrierend, doch wir gaben nicht auf.

Wir koordinierten den Hausbau aus der Ferne, mit Fotos, Video-Updates und Telefonaten. Geduld wurde zu einer unserer wichtigsten Tugenden.

Gerhild und Heinz beim Asado in Pira Tava

Gerhild und Heinz genießen ihr erstes Asado in Pira Tava – den Duft frisch gegrillter Speisen, das Lachen der Menschen und das Gefühl, angekommen zu sein. Augenblicke wie dieser zeigen, was Gemeinschaft wirklich bedeutet.

Lernen, anders zu planen

Schnell merkten wir: Bauen in Südamerika bedeutet, umzudenken.

Die Himmelsrichtungen spielen eine andere Rolle – hier kommt der kalte Wind aus dem Süden und der warme aus dem Norden. Also mussten wir die Ausrichtung der Terrasse entsprechend anpassen.

Wir entschieden uns für den Haus-Typ „Casa Grande“, leicht modifiziert nach unseren Wünschen.

Zwischen unseren beiden Grundstücken entstand zudem ein kleiner See – etwa 220 Quadratmeter groß, ca. 4,5 bis 5 Meter tief – der beide Parzellen verbindet. Den Aushub ließen wir vor Ort, um sanfte Hügel und Gartenstrukturen zu schaffen.

So wuchs Stück für Stück ein Ort, der unseren Vorstellungen entsprach – mit Charakter, Seele und einem Hauch Abenteuer, immerhin war ich damals schon 71 Jahre alt und bei diesen Arbeiten waren wir nicht vor Ort.

Fünf Jahre später

Heute, wenn ich an unseren See trete, morgens regelmäßig und oft tagsüber mehrmals schwimmen gehe und die Bäume sehe, die wir damals gepflanzt haben, erfüllt mich tiefe Dankbarkeit.

Es war kein einfacher Weg – aber jeder Schritt war es wert.

Paraiso Verde ist für uns mehr als eine Siedlung. Es ist eine Gemeinschaft von Menschen, die, bei allen zwischenmenschlichen Problemen, die es auch hier gibt, das gleiche Ziel teilen:

Freiheit, Selbstverantwortung und Verbundenheit mit der Natur.

Wir haben gelernt, dass Auswandern nach Paraguay Paraiso Verde keine Flucht sein sollte, sondern eine bewusste Entscheidung für ein neues Leben.

Interesse geweckt?

Wenn dich das Thema Auswandern oder das Leben im Paraiso Verde interessiert – wenn du wissen möchtest, wie man diesen Schritt wirklich plant, welche Chancen und Herausforderungen warten – dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch oder eine Nachricht.

Ich teile gerne meine Erfahrungen – ehrlich, offen und ohne Idealismusbrille.
Gern kannst Du auch mal meinen Telegramkanal besuchen.

Vielleicht findest du in unserem Weg ein Stück Inspiration für deinen eigenen.

Fortsetzung folgt: Teil 2 – Vom Hausbau zur neuen Heimat

Heinz
Heinz

Heinz, Jahrgang 1949, kam 2020 gemeinsam mit seiner Partnerin nach Paraiso Verde. Ursprünglich wollten sie nur das europäische Winterhalbjahr in Paraguay verbringen. Sie verliebten sich in den Standort, blieben und schufen sich dort ihr eigenes kleines, grünes Paradies. Heinz hat seine Freude an der Gartengestaltung und gibt seine Erfahrungen gern an die Gemeinschaft weiter.

View all posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert